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So wichtig kann eine Ausbildung zum Rescue Diver sein

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Michael Link, einer unserer Stammgäste schickte folgendes Schreiben in Bezug auf seinen bei uns durchgeführten Rescuekurs. Dieses Schreiben zeigt wie wichtig eine Ausbildung zum PADI Rescue oder BARAKUDA Master Diver sein kann. Aber lassen wir nun Michael zu Wort kommen....


 

Hallo Ihr beiden,

heute muss ich euch noch mal für den tollen Rescue-Kurs bedanken, denn ich habe ihn heute gebraucht. Muss es mir - sorry! - natürlich gleich von der Seele schreiben, sonst platze ich.

Wir waren zu dritt (drei DM-Trainees) in Hemmoor unterwegs,...

 

da wir dort demnächst Tauchplatzkarten anlegen werden. Zwei von uns waren mit Trocki ausgestattet, die Taucherin im Team mit dickem "Halbnass" plus Eisweste. Mit der Ausstattung wollte sie zumindest einen Tauchgang machen - Anzeichen von Frieren zeigte sie während des Tauchgangs nicht. 

Unser Plan war, an einem versenkten Flugzeug abzutauchen, ein paar Runden zu drehen, dann der Geländekontur, einer Steilwand, für eine kurze Strecke auf etwa 22-25 Metern zu folgen und an einem bestimmten Punkt Richtung Ufer abzubiegen - kein besonderer Tauchgang und schon ein paar Mal so getaucht. Ein Taucher signalisierte Probleme mit einer seiner beiden ersten Stufen und wollte daher langsam auftauchen. Sein Automat hatte abgeblasen, daher wollte er aus Sicherheitsgründen den TG abbrechen, da er sich vernünftigerweise nicht auf den Oktopus verlassen wollte. Er gab daher Signal für Probleme und dass er auftauchen will. Ich quittierte kurz, und er begann daraufhin den Aufstieg.

Ich wollte gerade das Signal an die Mittaucherin neben mir wiederholen, die vorher anderswohin geschaut hatte, als ich ihre Glotzkorken gesehen habe. Sie hat keine Luft mehr bekommen, schlug kurz um sich, zu ihrem Glück aber nur ganz kurz. Ich dreht mich, und sie griff sich meinen Oktopus. Das hat aber anscheinend auch nicht viel geholfen, denn auch daraus bekam sie nur wenig Luft, wie sie später meinte. Ich hatte sie zum Glück direkt am Jacket, so dass wir kontrolliert und vor allem nicht zu schnell aufsteigen konnten - aus 25 Metern wie gesagt. Sie sagte später, dass ihr auf dem langen Weg nach oben auch klar geworden sei, dass sie wohl ein bisschen Luft bekommt, aber eben sehr schwer. Und dass sie sich trotzdem nicht soweit beruhigen konnte, dass sie sich wieder ganz unter Kontrolle hatte.

Oben an der Wasseroberfläche blies ich dann erstmal Luft ins Jacket. Der Mittaucher hatte unseren Aufstieg beobachtet, konnte an der Oberfläche auch wieder eingreifen. Ich sah, dass sie atmete und bei Bewusstsein war, aber dass sie nicht wusste, was mit ihr los war. Sie war also nicht ansprechbar, konnnte also auch ihr Jacket nicht selbst aufblasen oder sonst etwas tun.

Ich rief sofort um Hilfe, und am Ufer standen zum Glück Leute, die auch gleich reagierten. Der Mittaucher hatte die glorreiche Eingebung, den Jacketgurt etwas zu lockern. Die Taucherin beruhigte sich langsam wieder und ließ dann zu unserer Überraschung einen MEGA-Rülpser los, dem noch einige weitere folgten. Danach ging es ihr besser, sie war wieder ansprechbar. Wir schafften sie dann auf den Steg, von wo aus sie aber selbst in Begleitung von Leuten an Land in einen Rettungscontainer laufen konnte und dort Sauerstoff bekam. Nach einigen "Spielchen" und Fragen durfte sie dann wieder gehen.

Wir haben uns natürlich später gemeinsam gefragt, was da passiert ist und aus der Taucherin herausbekommen, dass sie wohl zuvor einen sehr reichhaltigen Brunch hatte, allerdings mit viel Gemüse. Außerdem hatte sie sich beim Tauchen etwa an der tiefsten Stelle ein paar Mal sehr verschluckt. Daher - vermuten wir - hat sich im Magen wohl eine Menge Gas befunden, das sich beim Aufstieg ausgedehnt hat und zusammen mit dem engen Leihanzug starken Druck aufs Zwerchfell ausgeübt hat. Dies wiederum hat den Atemmuskel anscheinend so stark behindert, dass sie große Probleme hatte, Luft zu holen, obwohl das Equipment vollkommen in Ordnung war. Und dann kam der Stresskreislauf ins Spiel.

Die Mittaucherin hat übrigens auch einen Rescue-Kurs genossen und gesagt, dass sie nur deswegen ihre Panik wenigstens teilweise  bekämpfen konnte, weil sie wusste, dass ich direkt neben ihr war, ich sie die ganze Zeit ansah und beruhigte und alles machte. Wir haben - logisch - auf einen weiteren Tauchgang verzichtet, und ich denke, dass uns drei das Erlebte ziemlich verbinden wird. Und daher noch mal vielen Dank an euch für die Ausbildung. Man ruft es im Falle des Falles tatsächlich ab, auch wenn man glaubt, man habe vielleicht schon ein bisschen was vergessen.

Für mich eine neue Erkenntnis, dass ein Rescue-Kurs auch dem Opfer hilft, nicht in eine Vollpanik zu geraten.

Danke, danke, danke nochmals,

Michael

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Weblog: www.ksmichel.de

Last Updated ( Monday, 09 March 2009 )
 
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